Mac mini mit Snow Leopard Server als Luxus-NAS
Sonntag, 25. Oktober 2009
In dieser Woche hat Apple einige neue Produkte präsentiert, davon möchten wir heute eines näher vorstellen.
Als Heimserver und für kleine Arbeitsgruppen war der Mac mini schon lange interessant. Die Kapazität von 2.5? Festplatten war bislang aber auf 500 GB begrenzt, was für die meisten Anwender zu wenig Speicherplatz zur Verfügung stellt.
In einigen Foren konnte man schon lange Umbauanleitungen für den Mac mini bestaunen. Dort wurde meist das optische Laufwerk gegen eine zusätzliche 2.5? Festplatte getauscht, um dann maximal 1TB (2 x 500 GB – Raid 0) zur Verfügung zu haben. Leider war mit dieser Umbauaktion auch in der Regel Apples Garantie erloschen, was doch einige davon abgehalten hat, ihren Mac mini umzubauen, oder gar erst einen zu bestellen. Einige Nutzer griffen dann lieber zu einem NAS. Die Begeisterung bei diesen Geräten hält sich auf Grund vieler Einschränkungen meist in Grenzen.
Apple griff wohl – ganz in unserem Sinne – diese Idee auf und stellte am vergangenem Dienstag so ein Gerät vor. Wir konnten nicht anders und bestellten diese Kombination (Mac mini & 10.6 Server) gleich noch am selben Tag. 48 Stunden später konnten wir endlich den neuen Mac mini als Server installieren. Da in diesem kein CD/DVD-Laufwerk verbaut ist, bestellten wir gleich ein externes SuperDrive mit. Die Installation ging leicht und zügig von der Hand. Die beiden internen Festplatten schalteten wir in den Raid 1 Modus (Spiegelung). So haben wir zwar nur 500 GB zur Verfügung, aber hier steht die Ausfallsicherheit im Vordergrund. Für weiteren Speicher würden wir einen Promise SmartStor DS4600 empfehlen. Dort können bis zu vier 3.5? Festplatten mit jeweils bis zu 2 TB eingebaut und via Firewire 800 an den Mac mini angeschlossen werden. Das sollte fürs erste reichen, um seine iTunes-Library, diverse Fotos, Filme und Dokumente zu speichern.
Der Vorteil zu einem herkömmlichen NAS liegt für den Mac-User auf der Hand, man kann viele sinnvolle Serverdienste aktivieren, die man sich für den Mac in einer Arbeitsgruppe/Familie wünscht. Wir aktivierten den iCal-Server (Teamkalender), Adressbuchserver, DHCP, DNS, AFP, Mobiler Zugriff, Open Directory, Push-Benachritigung, Web und die Softwareaktualisierung.
Wenn Sie auch Bauchschmerzen damit haben, Ihre Daten (Kalender, Kontakte, usw.) bei einem Internetanbieter (Apple: Mobile Me, Google) zwischenzuspeichern, dann müssen Sie das nicht mehr, auch wenn Sie ein iPhone benutzen. Den Kalender können Sie jetzt über Ihren Server, egal wo sich der Mac oder das iPhone befinden, synchronisieren. Das Adressbuch kann momentan nur zwischen Macs synchronisiert werden, Mac OS X 10.6 vorausgesetzt. Beim iPhone fehlt noch das CardDAV Protokoll, was hoffentlich noch nachgereicht wird.
Interessant ist es auch, wenn man die Dienste DHCP & DNS aktiviert und diese nicht vom Router (z.B. Fritz!Box, Speedport, etc.) erledigen lässt. An unserem VDSL50-Anschluss ist eine signifikante Performance-Steigerung beim Aufruf und der Darstellung von Internetseiten zu beobachten. Da der Mac mini im Normalbetrieb kaum mehr als 10% Prozessorlast hat, kann er den Job schneller erledigen als herkömmliche Router, die der Provider mitliefert.
Der Dienst Softwareaktualisierung ist besonders für alle spannend, die leider keine schelle Internetverbindung haben. Hier speichert und verwaltet der Server zentral alle Softwareaktualisierungen, die dann von dort aus an die Macs im Büro/Haushalt verteilt werden. So muss nicht jeder Mac direkt von Apple seine Updates herunterladen. Das geht um ein vielfaches schneller und spart somit Zeit und kostbare Bandbreite.
iTunes-Sharing ist seit Einführung der Privatfreigabe in iTunes 9 kinderleicht geworden. Unsere Hauptbiliothek ist jetzt auf dem Mac mini. iTunes ist ständig geöffnet, so dass sich andere Benutzer im lokalen Netzwerk damit verbinden, Musik tauschen oder einfach nur abspielen können. In Verbindung mit Airport Express Stationen, Aktivboxen und dem Programm Remote auf dem iPhone kann man nun im ganzen Büro/Haus an verschiedenen Orten auf die Musik zugreifen – Sonos ade. Sonos bietet eine Möglichkeit, seine Musik im Netzwerk zu verteilen, ist aber sehr kostspielig und auf 50.000 Titel begrenzt.
Fazit: es bleibt zu bestaunen, das Apple anscheinend doch in letzter Zeit wieder stärker auf die Bedürfnisse der Kunden eingeht. Danke an die Bastler, die gezeigt haben, was mit so einem Mac mini alles möglich ist. Danke Apple – alles in allem eine sehr gute Lösung, die man beliebig an die eigenen Wünsche anpassen kann, das ganze bei einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von ca. 15.3 W (eigene Messung 24h Dauerbetrieb) und einem attraktiven Preis.

